Ärgernis Flugausfall – welche Rechte genießen Passagiere

Der Flugausfall gehört zu den größten Übeln, die einem Flugpassagier zustoßen kann. Speziell kurzfristige Streichungen sorgen für Empörung unter den Reisenden. Erst Anfang April 2014, fand ein Pilotenstreik der Lufthansa statt und sorgte für 40 Flugannullierungen. Welche Rechte werden Reisenden geboten, die von derartigen Flugstornierungen betroffen sind?

Die Fluggesellschaften sind prinzipiell für eine rasche Informationsweitergabe bei Flugausfällen verpflichtet. Die annulierte Fluglinie steht in der Schuld der Reisenden und muss sich unmittelbar für einen erstmöglichen und zumutbaren Ersatzflug bemühen.

aergernis-Flugausfall

Passagiere, die unmittelbar von einem Flugausfall betroffen sind, können von der zuständigen Gesellschaft zwei Arten von Leistungen erwarten. Die erste Möglichkeit, die den Reisenden zur Verfügung steht, ist die sogenannte Versorgungsleistung. In diesem Fall spielen die Gründe, warum die Airline den Flug storniert hat, keine Rolle. Die Entschädigungsleistung ist im Gegensatz zur Versorgungsleistung für den Schadensersatz verantwortlich, der durch den Ausfall verursacht wurde. Die Fluglinie muss diese Leistung nur im Falle der Selbstverantwortung entrichten.

Flugpassagieren steht jederzeit ein Anspruch auf die Versorgungs- oder auch auf die Betreuungsleistung zu. Die Ursache für die Annullierung ist nicht ausschlaggebend. Sowohl schlechte Witterungsbedingungen als auch Defekte in der Technik oder Streiks fallen in diese Forderungsleistung. Jeder Fluggast hat das Recht auf eine angemessene Betreuung durch die zuständige Airline. Verköstigungen in Form von unentgeltlichen Getränken und Snacks fallen in dieses Leistungsspektrum genauso wie der Zugang zu Kommunikationsmitteln. (Mobiltelefon, Internet . . . )

Fluggäste müssen mindestens 14 Tage vor dem Flugdatum über einen Ausfall in Kenntnis gesetzt werden. Erfahren die Passagiere unmittelbar am Flughafen, dass die Reiseroute abgebrochen wurde und dadurch Unannehmlichkeiten für den Kunden entstehen, ist die Airline für die Kostenerstattung verantwortlich. Zusätzlich zu den Betreuungsleistungen muss ein Schadensersatz bereitgestellt werden. Airlines zahlen das allerdings nicht immer freiwillig. Das Fluggastrechte-Portal Flightright unterstützt Fluggäste bei der Durchsetzung von Schadensersatzforderungen. Eine Staffelung, die sich zwischen 125 und 600 Euro je nach Flugstrecke einpendelt, MUSS an die Passagiere bezahlt werden. Die gesetzliche Vorschrift erlaubt allerdings eine Verspätung von bis zu drei Stunden. Der Ticketpreis ist nicht an die Ausgleichszahlung gebunden. (Ausnahme: kostenlose Mitreisende)

Flugannullierungen, die durch schlechte Wetterbedingungen verursacht werden, zählen nicht zum Verantwortungsbereich der Fluggesellschaft. Diesen Winter mussten zahlreiche Fluglinien in den Vereinigen Staaten gecancelt werden. Die Gründe dafür waren übermäßiger Schneefall und unmögliche Startbedingungen durch Eis und Kälte. Der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull ist möglicherweise ebenfalls noch vielen Menschen im Gedächtnis geblieben. Das Recht auf Entschädigung wurde den Kunden verweigert, da es sich um höhere Naturgewalt handelte. Die Airlines konnten die Ereignisse nicht verhindern und sind daher von der Verantwortung ausgeschlossen. Streitigkeiten sind in derartigen Fällen kaum ausgeschlossen. Zum Beispiel muss das Flugzeug rasch enteist und startbereit gemacht werden. Ist diese Tätigkeit nicht erfolgt, können Reisende Ihren Anspruch auf Schadensersatz geltend machen. In den meisten Fällen muss auf professionelle Hilfe zurückgegriffen werden. Streiks, wie jene im April 2014 zählen nicht zur sogenannten höheren Gewalt. Die Airlines selbst sind daher von der Entschädigungspflicht ausgeschlossen.

Die Entschädigung hängt von mehreren Faktoren gleichzeitig ab. Zum einen wird die Dauer der Verzögerung in die Berechnung einbezogen, zum anderen auch die Zielentfernung. Anhand folgender Punkte sind die Passagierrechte ersichtlich:

  • Wird der Flug beziehungsweise der Weiterflug unterbrochen und erst am nächsten Tag fortgesetzt, ist die Airline für eine kostenlose Hotelübernachtung zuständig. Für die Informationsweitergabe an Angehörige muss zur Übernachtung ein kostenloses Telefonat zur Verfügung gestellt werden.
  • Der Passagier kann bei Verzögerungen von mehr als fünf Stunden vom Flug zurücktreten. Im Gegensatz muss die Gesellschaft den vollen Ticketpreis zurückerstatten.
  • Wenn das Flugziel weniger als 1.500 km entfernt ist, können Fluggäste bereits nach einer Wartezeit von zwei Stunden kostenfreie Snacks und Erfrischungen genießen. Die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit Angehörigen muss ebenfalls bereitgestellt werden.
  • Entfernungen bis zu 3.500 km vom Ziel und Verzögerungen von mehr als drei Stunden, werden in die Entschädigungsansprüche berücksichtigt. (Bei noch längeren Distanzen nach vier Stunden)

Fluggäste müssen auch bei Verzögerung pünktlich am Check-In sowie am Flughafen eintreffen. Wird nämlich für die Reisenden ein Ersatzflug geboten, verfällt das Recht auf den eigenen Flug. Eine Entfernung vom Gate sollte vermieden werden, um mögliche Änderungen im Flugverlauf nicht zu verpassen und den Rechtsanspruch aufrecht zu erhalten.